Im Gedenken an die Opfer vom 22. Januar 2025

  157 Kerzen

Der Digitale Erinnerungsort Schöntal

Mit dem „Digitalen Erinnerungsort Schöntal“ hat die Stadt Aschaffenburg eine Webseite geschaffen, die an das Attentat vom 22. Januar 2025 im Park Schöntal erinnert. Bei dieser Tat kamen ein Kleinkind und ein Familienvater ums Leben, weitere Menschen wurden verletzt. Das Ereignis hat die Stadtgesellschaft tief erschüttert und eine große Welle der Anteilnahme und Solidarität ausgelöst. Der digitale Erinnerungsort ergänzt die geplante Errichtung eines physischen Kunstdenkmals im Park Schöntal. Dieses soll als lebendiger Ort der Begegnung, Bildung, Hoffnung und des würdevollen Gedenkens gestaltet werden: barrierefrei, kindgerecht, politisch nicht instrumentalisierbar und dauerhaft nutzbar.

Die Stadt Aschaffenburg möchte mit diesem physischen und digitalen Erinnerungsort ein klares Zeichen setzen: Jede Form von Gewalt und Hass wird verurteilt und nicht toleriert. Ein friedliches und respektvolles Miteinander soll unseren Alltag prägen.

Die Webseite informiert dabei über das Geschehen und ordnet es ein. Die Texte und Fotos, die hier abrufbar sind, schaffen Transparenz und ermöglichen eine differenzierte Auseinandersetzung. Zudem informiert die Seite über den aktuellen Stand der Errichtung des Erinnerungsortes sowie über begleitende Veranstaltungen.

Gleichzeitig dient die Plattform aber auch als zentraler Gedenkraum. Bürgerinnen und Bürger können digital eine Kerze entzünden und so ihre Trauer und Verbundenheit ausdrücken. Das entstehende „Kerzenmeer“ macht die gemeinsame Anteilnahme sichtbar.

Wer sich darüber hinaus beteiligen möchte, kann die Errichtung des Erinnerungsortes auch finanziell unterstützen. Spenden sind direkt über die Webseite möglich. Auf Wunsch kann die Unterstützung mit einer persönlichen Widmung versehen und sichtbar gemacht werden.

Unsere demokratische Gesellschaft steht in der Verantwortung, sich mit dem tragischen Ereignis auseinanderzusetzen und die Opfer nicht zu vergessen. Zugleich gilt: „Die furchtbare Tat eines Einzeltäters darf keine Spirale der Gewalt und des Hasses in Gang setzen.“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Jürgen Herzing bei der Kranzniederlegung im Park Schöntal am 22. Januar 2026 einen Rahmen für eine würdige und besonnene Erinnerung formuliert.

Die Ansprache des Oberbürgermeisters können Sie hier abrufen.

Die Tat

Am 22. Januar 2025 gegen 11:45 Uhr fand der Messerangriff auf eine Kinderkrippengruppe statt. Zwei Erzieherinnen waren mit fünf Kindern im Park Schöntal. Völlig unerwartet stach ein Mann mit einem Küchenmesser auf mehrere Menschen ein. Zwei von ihnen verloren dabei ihr Leben, drei weitere wurden teilweise schwer verletzt.

†

Die Opfer

Beim Angriff starb ein zweijähriges Kind und ein zufällig anwesender 41-jähriger Passant, selbst Familienvater, der versucht hatte, die Kinder vor dem Angreifer zu schützen. Mit seinem Eingreifen konnte er vermutlich das Leben anderer Kinder retten, so auch die spätere Erklärung des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann. Schwer verletzt wurde ein zweijähriges Mädchen aus Syrien. Auch ein 73-jähriger Mann erlitt Stichverletzungen, während sich die 59-jährige Erzieherin, die sich dem Angreifer in den Weg stellte, das Handgelenk brach.

Der Täter

Der 28-jährige Täter lebte zuletzt in einer Unterkunft in Alzenau im Landkreis Aschaffenburg. Er war zuvor polizeilich in Erscheinung getreten und befand sich in psychiatrischer Behandlung.

Fahndung nach dem Täter

Der Täter wurde nach dem Angriff von couragierten Passanten verfolgt und nur kurze Zeit später von den Polizeikräften in einem Tunnel zwischen den Haltestellen Hochschule und Südbahnhof festgenommen. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Da der Täter versucht hatte, über die Bahngleise zu fliehen, wurde der Bahnverkehr von und nach Aschaffenburg für mehrere Stunden eingestellt, es kam auch zur Sperrung des Hauptbahnhofs.

Die Polizei fand am Tatort keine Hinweise, die auf ein terroristisches Motiv hätten schließen lassen. Der Täter wurde zunächst in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Neben der Polizei waren viele Feuerwehrleute, Notärzte und Kräfte der psychosozialen Notfallversorgung des DRK im Einsatz.

Gerichtsprozess und -urteil

Der Prozess gegen den Täter fand im Oktober 2025 am Landgericht Aschaffenbug statt. Die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg warf dem Angeklagten unter anderem Mord, versuchten Mord und vorsätzliche Körperverletzung vor. Sie ging davon aus, dass der Täter zum Zeitpunkt des Attentats aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung schuldunfähig war, und forderte seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Nach den Angaben der beiden Erzieherinnen der Kinderkrippengruppe verhielt sich der Täter vor dem Angriff im Park sehr auffällig: Er habe Selbstgespräche geführt und sei hin und her gelaufen. Am 30. Oktober fällte das Gericht sein Urteil: Es ordnete die unbefristete Unterbringung des Täters in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Einrichtung an. Das Urteil ist rechtskräftig.

Medienberichterstattung

Über die Tat des 28-Jährigen wurde bundesweit und international im Fernsehen, in der Presse und in den sozialen Medien berichtet. Sie erregte großes Aufsehen, weil es in der Vergangenheit ähnliche Angriffe, zum Beispiel in Solingen am 23. August 2024, gegeben hatte. Die Tat führte auch zu intensiven politischen Debatten über das Thema der Migration vor dem Hintergrund der Bundestagswahl am 23. Februar 2025. Die Presse hob auch die Solidarität der Menschen in Aschaffenburg mit den Familien der Opfer hervor.

Trauer und Anteilnahme

Die Tat löste in ganz Deutschland großes Entsetzen aus. Im Rahmen einer Kranzniederlegung taten Aschaffenburgs Oberbürgermeister Jürgen Herzing, der Stadtrat, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie viele Bürgerinnen und Bürger ihre Trauer kund. Im Park Schöntal wurden Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt.

Copyright © 2025 Stadt Aschaffenburg

Bereits am Abend des 22. Januar 2025 versammelten sich circa 3.000 Menschen und gedachten schweigend der Opfer. In den nächsten Tagen kamen ebenfalls Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen Trauern zusammen. Am 26. Januar folgte der ökumenische Gedenkgottesdienst für die Opfer in der Stiftskirche St. Peter und Alexander, an dem etwa 400 Personen teilnahmen. Unter ihnen befanden sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser und der Aschaffenburger Oberbürgermeister Jürgen Herzing. Alle drei verurteilten die Tat, sprachen den Familien der Opfer ihr tiefstes Mitgefühl aus und riefen die Bevölkerung zum Zusammenhalt auf.

Copyright © 2025 Stadt Aschaffenburg

Zur Unterstützung der Familien der Opfer richtete die Stadt Aschaffenburg ein Bankkonto ein. Im Rathaus (Dalbergstraße 15) wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen konnten. Darüber hinaus ergriff die Stadt Initiativen, um den Park Schöntal als Begegnungsort zu gestalten. So fand am 13. Juli 2025 ein Familienfest statt, bei dem es unter anderem Theateraufführungen für Kinder und Spielmöglichkeiten gab.

Kondolenzbuch

Unser tiefstes Beileid gilt allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt Aschaffenburg. Es fällt schwer, die richtigen Worte für eine so unmenschliche Tat zu finden. Wir trauern mit den Angehörigen und Familienmitgliedern und wünschen allen, die dieses Trauma miterleben mussten, viel Kraft und Geduld. Unser Dank gilt allen, die Tag und Nacht für unsere Sicherheit ihr Leben riskieren und riskiert haben.
DANKE

Alternative Lernhilfe e. V.

Es ist nicht zu begreifen und zerreißt mir das Herz. Zwei Menschen wurden unschuldig aus dem Leben gerissen. Ein kleiner Junge, dessen Seele nicht unbefleckter sein kann und ein Held, der nicht eine Sekunde zögert sich schützend vor Kinder zu stellen. Meine Gedanken sind fest bei den Familien und Angehörigen, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht alleine sind und Trost, Liebe und Zusammenhalt finden. Den Kindern, Erzieherinnen, Rettungskräften und Polizisten wünsche ich die Kraft diese schreckliche Tat gemeinsam aufarbeiten zu können.
In tiefer Traurigkeit 🖤

Alexandra Gabler

Ausschreibung Erinnerungsort Schöntal
Anlage A: Leitbild Schöntal
Anlage B: Pläne, Umgebungsfotos
Anlage C: Bewerbungsbogen Auswahlverfahren
Anlage D: Erklärung zur Erfüllung der Teilnahmevoraussetzungen
Anlage E: Erläuterungstext
Anlage F: Kostenschätzung
Anlage G: Verfassererklärung

Workshop „Zivilcourage – Ein Satz hilft!“

Aus der Einladung des Oberbürgermeisters Jürgen Herzing: Der Jahrestag der Gewalttat im Schöntal ist für die Stadt Aschaffenburg ein Moment des Innehaltens und zugleich ein Auftrag, jungen Menschen Orientierung, Sicherheit und Handlungsmöglichkeiten für ihren Alltag zu geben. Diesem Ziel dient der Workshop „Zivilcourage – Ein Satz hilft!“, der sich an Schülerinnen und Schüler richtet und […]

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Park Schöntal: Kinder bei Picknick (Rückblick)

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Herzlichen Dank!

Wir danken herzlich für die anonyme Spende von 30.000 Euro! Wir freuen uns über jede Spende!

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Presseinformation: Ausschreibung des Erinnerungsorts Park Schöntal geht auf die Zielgerade

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Ein Jahr nach der Tat im Park Schöntal

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Ziel 99.990,00 €
bereits gespendet 30.035,00 €

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Spender*innen:

  • 10,00 € Nina F.
  • Dominik H.
  • 10,00 € Anonym
  • 10,00 € Anonym
  • Workshop „Zivilcourage – Ein Satz hilft!“

    JUKUZ Aschaffenburg

    Einladung des Oberbürgermeisters zum Workshop „Zivilcourage – Ein Satz hilft!“

    Der Jahrestag der Gewalttat im Schöntal ist für die Stadt Aschaffenburg ein Moment des Innehaltens und zugleich ein Auftrag, jungen Menschen Orientierung, Sicherheit und Handlungsmöglichkeiten für ihren Alltag zu geben.

    Diesem Ziel dient der Workshop „Zivilcourage – Ein Satz hilft!“, der sich an Schülerinnen und Schüler richtet und am 15. April im Jukuz von 11 bis 14 Uhr stattfindet. Er ist als Beginn eines längerfristigen Bildungs- und Beteiligungsprozesses rund um Zivilcourage, Zusammenhalt und Verantwortung in Aschaffenburg gedacht.

    Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 9. Die Teilnehmenden sollen Impulse in ihre Freundeskreise und Schulen zurücktragen. Der Workshop ist inklusiv angelegt, Förderschulen sind ausdrücklich einbezogen.