
Fotograf: Björn Friedrich
Mit einer Kranzniederlegung im Park Schöntal und einer Gedenkfeier in der Christuskirche hat die Stadt Aschaffenburg am 22. Januar 2026 an die Tat vor einem Jahr erinnert und der Opfer gedacht.
Am 22. Januar 2025 hatte ein psychisch kranker Mann im Park Schöntal eine Gruppe von Kleinkindern angegriffen und ein Kind sowie einen Mann, der zu Hilfe gekommen war, getötet. Drei Menschen wurden verletzt. Der Täter konnte schließlich von der Polizei gefasst werden.
Um 12 Uhr, zum Tatzeitpunkt, läuteten die Kirchenglocken. Oberbürgermeister Jürgen Herzing legte einen Kranz am Tatort im Park Schöntal nieder. Familienangehörige, damalige Helferinnen und Helfer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Polizei und von Rettungskräften waren ebenfalls im Park Schöntal, um ihre Trauer zu bekunden.
Am Abend fand eine öffentliche Gedenkfeier in der Christuskirche statt, der zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beiwohnten. Oberbürgermeister Jürgen Herzing, Stiftspfarrer und Dekan Martin Heim, Dekan Rudi Rupp, Taoufik Hamid, Marokkanische Gemeinde, und Pfarrerin Sandra Weiss gestalteten die Feier, die auch online übertragen wurde. Den musikalischen Rahmen gestalteten Christoph Emanuel Seitz (Orgel) und Vitus Schott (Trompete und Flügelhorn).
Herzing erinnerte in seiner Ansprache die Stunden und Tage nach der Tat, an das Gefühl von Fassungslosigkeit, Trauer und Angst und an die Menschen, die an einem ganz gewöhnlichen Tag aus dem Leben gerissen wurden: „Ein kleines Kind, das voller Neugier und Vertrauen in unserer Stadt unterwegs war, und ein Mann, ein Familienvater, der nicht wegsah, der half, der Zivilcourage zeigte und dafür sein Leben lassen musste“. „Aschaffenburg war erschüttert“, so Herzing. „Aber Aschaffenburg hat zusammengehalten“. „Dieser Zusammenhalt war nicht laut. Er war würdevoll und entschlossen“.

Fotograf: Björn Friedrich
Zugleich erinnerte er an die Menschen, die damals versucht haben, das Leid für Spaltung, für Hass und für Hetze auszunutzen. Das habe die Stadtgesellschaft nicht zugelassen. „Wir sind erschüttert“, so der Oberbürgermeister, „aber wir bleiben menschlich. Und wir wissen: Das Verbrechen eines Einzelnen darf niemals zum Urteil über ganze Gruppen werden. Unsere Antwort kann nicht Misstrauen sein. Unsere Antwort muss Verantwortung sein: für ein friedliches Miteinander und für eine Stadt, in der Würde und Respekt nicht verhandelbar sind“.

Fotograf: Björn Friedrich
Die Gedenkfeier stand im Zeichen der Solidarität mit den Angehörigen der Opfer und im Bewusstsein, den Zusammenhalt innerhalb der Stadtgesellschaft stärken zu müssen. Mit dem Blick nach vorne kündigte Herzing schließlich die Errichtung des Erinnerungs- und Begegnungsorts im Park Schöntal und einer Webseite als digitalen Erinnerungsort an, um das traurige Ereignis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Quelle: Pressemitteilung der Stadt Aschaffenburg (23.01.2026)